EU-Ministerrat: Annahme der Entschließung der neuen Kompetenz-Agenda

 Am 21. November 2016 verabschiedete der Rat der EU eine Entschließung zur „neuen Agenda für Kompetenzen für ein inklusives und kompetitives Europa“. Die Kompetenzagenda wurde am 10. Juni 2016 von der EU-Kommission vorgeschlagen. Sie beinhaltet 10 Maßnahmen u.a. soll der Europäische Qualifikationsrahmen überarbeitet, Kompetenzprofile für Drittstaatsangehörige erstellt, das Potential der digitalen Wirtschaft ausgeschöpft die Berufsausbildung als erste Wahl gelten und eine sogenannte Kompetenzgarantie für Erwachsene geschaffen werden. Diese Kompetenzgarantie wurde umbenannt in: „Bildungspfade: Neue Perspektiven für Erwachsene“ und somit eine politische Einigung erzielt. Sie sieht vor, dass geringqualifizierte Erwachsene die Möglichkeit erhalten, die Fähigkeiten, Kenntnisse und Kompetenzen zu erwerben, die sie für den Arbeitsmarkt und eine aktive Beteiligung an der Gesellschaft und einem lebenslangen Lernprozess benötigen.

 So es heißt es in der Entschließung:“ Es ist wichtig, über die unmittelbaren Bedürfnisse des Arbeitsmarktes hinauszugehen und auch diejenigen Aspekte der allgemeinen und beruflichen Bildung in den Mittelpunkt zu stellen, die in der Lage sind, Innovation, Unternehmertum und Kreativität voranzubringen, Sektoren zu gestalten, Arbeitsplätze und neue Märkte zu schaffen, Menschen zur Selbstbestimmung zu befähigen (auch die Schwächsten), das demokratische Leben zu bereichern sowie engagierte, begabte und aktive Bürger heranzubilden.“ Weiter betont der Rat, dass angesichts der jüngsten tragischen Ereignisse im Zusammenhang mit der Radikalisierung in Teilen Europas ist ein besonderer Schwertpunkt auf staatsbürgerliche, demokratische und interkulturelle Kompetenzen und kritisches Denken noch dringlicher wichtig sei.

 Auch im Bereich der digitalen Kompetenzen positioniert sich der Rat: „der Erwerb von digitalen Kompetenzen in jungen Jahren ist von entscheidender Bedeutung, doch die allgemeine und die berufliche Bildung dürfen nicht nur auf das aktuelle Bedürfnis des Arbeitsmarkts an spezifischen technischen Fähigkeiten ausgerichtet werden, sondern auch auf das längerfristige Ziel, eine flexible Geisteshaltung und Wissbegierde zu entwickeln, die für die Anpassung an neue, noch nicht definierbare Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen und für den Erwerb dieser Kompetenzen erforderlich sind, die ihrerseits für die Steuerung der technologischen Entwicklung der Zukunft notwendig sein werden.“

 Entschließung des Rates: http://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-13413-2016-INIT/de/pdf

 Kompetenzgarantie der EU-Kommission: http://europa.eu/rapid/press-release_IP-16-2039_de.htm