EU-Ministerrat: neue Ansätze von Jugendarbeit in Europa nötig

Der Rat hat am 21. November 2016 Schlussfolgerungen zur Förderung neuer Ansätze in der Jugendarbeit verabschiedet. Darüber hinaus wurde im Nachgang zum informellen Gipfeltreffen in Bratislava diskutiert wie jungen Menschen das europäische Projekt wieder näher gebracht werden könne. Mit der Annahme der Schlussfolgerungen betont der Rat gerade in einem krisengebeutelten Europa die Bedeutung der Jugendarbeit, vor allem auch außerhalb der formalen Bildung. Innovative Methoden und Werkzeuge seien gefragt und es müsse bereichsübergreifend auf allen Ebenen zusammengearbeitet werden: In der Jugendarbeit, in Bildung und Ausbildung, im Sport und in der Kultur, in den Sozialdiensten sowie bei den Informations- und Kommunikationstechnologien. Grundlage der Diskussionen war unter anderem die Studie „Generation WHAT?“ sowie die EU-Jugendkonferenz im Oktober 2016 in Košice, in der Vorschläge und Forderungen von mehr als 65.000 jungen Menschen durch 16 Empfehlungen ausgesprochen wurden.

Die Minister gingen auf die Resultate der Studie „Generation WHAT?“, die die European Broadcasting Union durchgeführt hat, ein. Aus der Studie wird deutlich, dass es in der EU an Sensibilität für die Sicherheits- und Gerechtigkeitsbedürfnisse von jungen Menschen mangelt. Ebenso sind junge Menschen im Allgemeinen  über Institutionen desillusioniert, also auch den europäischen Institutionen und bemängeln fehlende Möglichkeiten aktiver Teil der Integration Europas zu sein. Am meisten beunruhigen sie die fehlenden Chancen und ihre Zukunftsaussichten. Dennoch fühlen sie sich als Europäer. Auch Diskussionen der 16 Empfehlungen von der EU-Jugendkonferenz flossen mit ein. Die Jugendlichen betonten beispielsweise in Košice, dass neue Kommunikationsstrategien nötig seien, um Jugendliche darüber zu informieren, wie sie sich positiv für Europa einsetzen können. Als Vorschlag zum Überbrücken der Distanz zwischen jungen Menschen und Europa wurden regionale EU-Festivals vorgeschlagen.

Aufgrund dieser Diskussionsgrundlagen beschlossen die Minister u.a. Folgendes: Um noch näher an den sich schnell wandelnden Lebenswelten auch in virtuellen und digitalen Räumen junger Menschen zu sein, bedürfe es der Förderung von Innovation in der Jugendarbeit. Junge Menschen seien Experten ihrer eigenen Lebenswelt und müssten in diesem Sinne in den Innovationsprozess einbezogen werden. Ebenso müssten Jugendarbeiter durch Aus-, Weiterbildungs- und Vernetzungsangebote darin unterstützt werden nach neuen und innovativen Ansätzen zu suchen und diese einzubringen. Besonders wichtig sei es von Ausgrenzung bedrohte junge Menschen zu erreichen. Eine evidenzbasierte Jugendpolitik erfordere regelmäßige Aktualisierungen anhand aktueller und relevanter Daten, die auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene erhoben werden. Informationen zum Lebensstil und zu aktuellen Lebenstrends junger Menschen sollten ebenfalls einbezogen werden.  

Studie Generation WHAT?

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